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ProjektdossierProjektleitung · Öffentliche Verwaltung

Projektleitung und Beschaffungs­unterstützung
für kantonale IT-Vorhaben.

01 · Ausgangslage

Die kantonale Verwaltung vergibt IT-Vorhaben über förmliche Beschaffungs­verfahren. Fachlicher Bedarf und ausschreibungsfähiges Dokument sind zwei verschiedene Texte. Der eine beschreibt, was jemand braucht. Der andere muss so geschrieben sein, dass ein Anbieter dagegen kalkulieren kann. Die Übersetzung dazwischen ist die eigentliche Arbeit.

02 · Herausforderung

Ein Vergabeverfahren ist rechtlich gebunden und öffentlich überprüfbar. Anforderungen müssen anbieterneutral bleiben und trotzdem den tatsächlichen Bedarf treffen; Bewertungen müssen auch Monate später gegenüber einer unterlegenen Anbieterin begründbar sein. Und der Zeitplan ist selten verhandelbar, weil Budgetprozesse und politische Termine daran hängen. Hinzu kommt: Was im Pflichtenheft fehlt, fehlt anschliessend im Vertrag — und danach im System.

03 · Umsetzung

Projektleitung nach HERMES 5 in den Rollen, Phasen und Ergebnissen, die der Kanton kennt und prüft — je nach Vorhaben: Anforderungen mit den Fachbereichen erheben, schärfen und abnehmen lassen; Ausschreibungsunterlagen mit Pflichtenheft, Eignungs- und Zuschlagskriterien und Bewertungsraster erstellen; Anbieterfragen beantworten, Offerten nachvollziehbar bewerten; den Vergabeentscheid vorbereiten und im Steuerungsgremium vertreten — und anschliessend das Vorhaben führen.

04 · Stand

Das Mandat läuft seit Juli 2025 — über mehrere Vorhaben.

Ablauf eines Beschaffungs­verfahrens
01
Bedarf
Die Fachstelle kennt das Problem.
02
Anforderungen
Erheben, schärfen, abnehmen lassen.
03
Ausschreibung
Pflichtenheft, Kriterien, Bewertungsraster.
04
Bewertung
Nachvollziehbar, auch Monate später.
05
Zuschlag
Begründbar gegenüber allen Anbietern.
06
Umsetzung
Ein Projektschritt ist getan.
Abb. — Ablauf eines Beschaffungs­verfahrens (schematisch, ohne Bezug auf einzelne Vergaben)

Methodische Grundlagen

HERMES 5Projektführungsmethode der öffentlichen Verwaltung in der Schweiz — Rollen, Phasen und Ergebnisse entsprechen dem, was die Beschaffungsstelle erwartet und prüft.
IVöBRechtlicher Rahmen für Vergabeverfahren von Kantonen und Gemeinden — bestimmt Verfahrensart, Fristen, Publikationspflichten und die Anforderungen an die Nachvollziehbarkeit der Bewertung.
CPRE (IREB®)Strukturierte Erhebung, Prüfung, Dokumentation und Abnahme der Anforderungen — die Grundlage jedes belastbaren Pflichtenhefts.

Erkenntnisse

Ein Pflichtenheft ist ein Vergleichsinstrument. Je genauer es beschreibt, was gebraucht wird, desto besser lassen sich die Angebote gegeneinander abwägen — und desto seltener steht am Ende die Frage im Raum, ob überhaupt dasselbe angeboten wurde.

Vor der Ausschreibung entscheidet sich mehr als danach. Was im Pflichtenheft steht, ist verhandelt. Was fehlt, wird nach dem Zuschlag zur Änderung — mit allem, was das im öffentlichen Beschaffungsrecht bedeutet. Deshalb liegt der Schwerpunkt dieses Mandats in der Vorbereitung: Bedarf klären, bevor er ausgeschrieben wird.

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